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Mal was ganz Anderes – Mein Finanzamt

„Ha“, dachte ich bei mir, „darauf fällt doch niemand rein!“ Ich hatte gerade die vier bis fünf Kilometer vom Ende des einen zum Anfang des nächsten Staus zum Radiohören genutzt (was Stauende ist und was -anfang, ist ja eine Frage der Perspektive). Der Moderator hatte sich an einem Telefonscherz versucht, und vorgegeben, dass er vom Finanzamt sei. Und das glaubt doch nun wirklich niemand: ein Finanzbeamter, der ans Telefon geht. Und dann auch noch pro-aktiv. Blühende Fantasie nenne ich so etwas.

Ich weiß wovon ich spreche. Während der 6 Kilometer des ersten Staus hatte ich versucht, „meinen Finanzbeamten“ an die Strippe zu bekommen. Und wurde so die gesamten 40 Minuten über meine Freisprecheinrichtung musikalisch unterhalten. Dabei konnte ich entspannt der Frage nach hängen, ob das Finanzamt mit unseren Steuern die Gema finanziert, oder ob die von den Gebühren befreit sind. Wohingegen ich für jeden DVD-Rohling, den ich für private Datensicherung anschaffe, schon an der Kasse zur Kasse gebeten werde. Eine elegante Antwort habe ich nicht gefunden. Ich will ja auch nicht vorschnell urteilen. Vielleicht wurde das Werk ja von einem Finanzbeamten komponiert, während er vor seinem klingelnden Diensttelefon saß.

Mit einem meiner nächsten Versuche hatte ich dann aber doch noch Erfolg. Ich erreichte die Telefonzentrale und wurde ohne viel Umschweife mit meinem Sachbearbeiter verbunden: „Guten Tag. Ihr Bearbeiter ist heute nicht im Haus. Auf Wiederhören.“, wurde ich von einem Anrufbeantworter angebellt. Und fand mich – zack! – wieder allein auf der Autobahn (na gut, nicht allein, aber die anderen hatten sicher nicht so viel Spaß wie ich). Ich war irritiert. Nicht nur, weil alles so schnell ging. ES sagte eindeutig auf Wiederhören. Schwarzer Humor. Sonst mag ich das.

Wenigstens die Telefonzentrale war jetzt aufgewacht:

–          „Ich wurde gerade von einer automatischen Ansage aus der Leitung geworfen.“

–          „Ach, hatte der seinen Beantworter an? Ja, dann fliegen Sie raus. Sonst wären Sie wieder bei mir gelandet.“ Da war er wieder, der schwarze Humor.

–          „Hm, könnten Sie mich bitte mit jemand anderem verbinden?“

–          „Da muss ich erst mal Computer. Ja, Frau NamevonderRedaktongeändert ist angemeldet und frei. Ich leg Sie mal drauf.“

–          „Danke“, sage ich nur.

Im folgenden Gespräch versuchte ich mit der Sachbearbeiterin die Frage zu klären, warum ich denn meine neue Adresse mitteilen müsse, da sich doch meine Adresse gar nicht geändert hätte, mir die diesbezügliche Aufforderung vom Finanzamt ja erfolgreich per Post zugestellt wurde und überhaupt meine korrekte Adresse ja in der Steuererklärung zu finden sei. Nach längeren Hin und Her einigten wir uns darauf, dass ich mich bei den Angaben zur Adresse wohl irgendwo vertan haben muss und ich das schriftlich richtig stellen müsste. „Fernmündlich“ geht da nämlich mal gar nichts.

Jetzt weiß ich wenigstens, warum die nie ans Telefon gehen.

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Mal was ganz Anderes – Mein Finanzamt

  1. Bevor ich hier böse Kommentare zu lesen bekomme: Nicht alle Mitarbeiter der Finanzbehörden lassen sich über einen Kamm scheren.

    Verfasst von papaego | Oktober 22, 2012, 2:59 pm

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