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Roadtrip durch Ligurien Teil 2 – Moneglia und Genua

Corniglia ist ein wirklich charmanter Ort und das Brandungsduschen hatte meinem Sohn und mir viel Freude bereitet. Die Menschen waren nett und aufgeschlossen (von der Kellnerin im Restaurant einmal abgesehen). Das B&B war sehr empfehlenswert, das gleiche gilt fürs Essen. Und das Wetter war traumhaft. Und ein kleines Souvenir haben sie mir, ganz ungefragt, auch noch mitgegeben. Eine bleibende Erinnerung sozusagen in Form einer Beule in meinem keine 2 Wochen alten Audi.

Wir machten uns also wieder auf den Weg die Küstenstraße entlang Richtung Norden. Die Suche nach unserem ersten Schnorchelplatz ging weiter. Fündig wurden wir dann in Moneglia, dessen Strand an der Nordseite einen felsigen Abschluss findet. Zudem ist das Wasser wegen der Wellenbrecher sehr ruhig. Insgesamt also hervorragend geeignet für Anfänger und ihre Kinder. Und obwohl das Schnorchelrevier hier recht überschaubar ist, gibt es für Neulinge unendlich viel zu sehen. Kleine und kleinste Fische, Seesterne, Muscheln, Schnecken und nicht zu vergessen Seeigel (schwer zu vergessen auch deshalb, da ich die halbe Nacht, eine Taschenlampe zwischen die Zähne geklemmt, versucht habe, eine winzige Seesternstachelspitze aus meinem mittlerweile tauben Fuß zu ziehen).

Über Moneglia selber gibt es wenig zu sagen. Zum Einen, weil es sich um ein Städtchen handelt, wie es überall an Italiens Küsten zu finden ist: dem Tourismus zum Opfer gefallen. Zum Anderen und vor allem aber, weil wir eigentlich nur den Meeresboden vor und so gut wie nichts in der Stadt gesehen haben. Mein Sohn hat mich in diesem Urlaub auch gelehrt, dass Schnorcheln sehr wohl ein „Ausdauersport“ ist. Unsere tägliche Netto-Tauchzeit dürfte so bei 6 Stunden gelegen haben. Schon nach dem ersten Tag wären wir als Fahrradbeleuchtung durchgegangen: Hinten rot und vorne weiß. Da half auch kein LSF30.

Die Küstenstraße oberhalb Moneglias weist eine Besonderheit auf: Sie besteht hier aus mehreren Tunnels, die abwechselnd jeweils nur in eine Richtung befahrbar sind. Zwischen diesen Tunnels liegen ein Campingplatz, ein Restaurant und ein „Rastplatz“. Hier haben wir, unmittelbar am Wasser, unsere nächste Nacht verbracht. Leider blieben wir hier nicht so ungestört wie gehofft: Pinkelnde Taxifahrer, „verliebte“ Pärchen und vor allem die allgegenwärtigen Vespas störten unsere Nachtruhe doch empfindlich. Der Sonnenuntergang am Abend und das „Männerfrühstück“ auf den Felsen im Wasser waren dafür aber Entschädigung genug.

Den Vormittag verbrachten wir noch einmal in Moneglia, natürlich „Kopf unter“. Nach einer heißen Dusche am Strand (die italienischen Lidos haben durchaus ihre Vorzüge) machten wir uns dann wieder auf den Weg. Den Nachmittag wollten wir ausnahmsweise für ein kulturelles Intermezzo in Genua nutzen. Ein paar Palazzi, unbedingt den Leuchtturm, vielleicht das Forte Sperone oder das Museum Galata. Leider wurde nichts daraus. Durch Unfall verursachtes Verkehrschaos auf den nach Genua führenden Autobahnen und Einfallstraßen kostete uns soviel Zeit und Nerven, dass wir die Stadt am Ende lediglich durch die Autofenster kennen lernten. Schade. Immerhin den Leuchtturm haben wir gesehen.

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Und ein Erlebnis war Genua auch so: Wir waren fasziniert vom italienischen Motorroller-Wahn: Schon die schiere Zahl an Motorrollern spottet jeder Beschreibung. Ein solches Stadtbild gibt es so sicher nur in Italien. Besonders beeindruckend waren die vielen Parkplätze mit ihren abertausenden Rollern. Da wundert es nicht, dass wirklich jeder auf so einem Roller unterwegs zu sein scheint. Jungen Männer und Frauen, die in waghalsigen Manövern durch den Stadtverkehr drängen, Angestellte in Businesskleidung mit wehenden Krawatten und Schals oder die deutlich betagte Dame auf dem Weg zum Markt. Besonders lustig fand mein Sohn einen Vater, der sein Baby in einem Korb spazieren fuhr (hoffen wir mal, dass alle beide sicher und gesund ihr Ziel erreicht haben).

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