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Roadtrip durch Ligurien Teil 1 – Von Corniglia nach Genua

Als Ausgangspunkt für unsere kleine Reise hatten wir den Nationalpark “Cinque Terre” am Südende Liguriens bestimmt. Dann immer der Küste folgen und nach schönen Plätzen Ausschau halten. Leichter gesagt als getan! Erstens gibt es zu viele davon, sodass man eigentlich ständig anhalten könnte. Und zweitens muss man die Augen ständig auf die Strada Provinciale delle Cinque-Terre richten, jener Küstenstraße, die nicht einmal die Breite eines Radwegs hat, in Italien aber dennoch für Autorennen genutzt wird.

Der Nationalpark Cinque Terre hat eine einzigartige Landschaft, mit grünen, zum Meer hin abfallenden Hügeln und Weinbergen. Seit 1997 sind die Cinque Terre ein Unesco-Weltkulturerbe.  Allein die schroffe Einsamkeit allenthalben und das verschmelzen von Wasser und Himmel am Horizont. Unbeschreiblich. Allerdings, was das Schnorcheln und Schwimmen angeht, sind nur wenige Stellen auch wirklich gut geeignet, zumal, wenn Kinder mit von der Partie sind.

Unsere erste Anlaufstelle war Monterosso, das größte der fünf Dörfer, nach denen die Cinque Terre ihren Namen bekamen. Die vielen Reiseführer, die wir vor unserer Abreise konsultiert hatten, waren sich darin einig, dass es hier die schönsten Strände, die schroffsten Klippen und das kristallklarste Wasser gäbe und dies die beste Adresse für Strandurlauber und Familien sei. Nun, man scheint sie nicht zu mögen, die Familien und Strandurlauber, in den Redaktionen der Reiseführer. Voll, laut, dreckig! Es kostete uns einiges an Überwindung, überhaupt ins Wasser zu gehen. Und das nach 6 Stunden Autofahrt und 12 Monaten Wartezeit. So endete unsere erste Schnorcheltour nach wenigen Minuten hinter einem Schleier aus Taschentüchern, Toilettenpapier und Dingen, die im Italienischen blumige Namen haben mögen, diese aber mit Nichts verdient haben. Meine Frau hatte glücklicherweise darauf bestanden, uns Desinfektionsmittel mitzugeben…

Mein Sohn ließ sich problemlos mit “Spaghetti con vongole” und Kokosnusseis trösten, so dass wir den Rest des Nachmittags in einem völlig überteuerten Strandrestaurant verbrachten. Allerdings mit Blick auf die pittoreske Kulisse der Cinque Terre und – was für meinen Sohn deutlich wichtiger war – einen belebten Beach-Soccer-Platz.

Um es gleich vorweg zu nehmen; dies war die einzige Enttäuschung auf unserem Trip. Von hieran wurde alles gut, oder doch wenigstens besser.

Bei der Anreise hatten wir einen netten kleinen Rastplatz entdeckt und zu unserer ersten Nachtstätte bestimmt. Eine ruhige Oase im Hinterland, mit schattenspendenden Bäumen und einem dieser typischen steinernen Sitzensembles, wie sie auf allen Rastplätzen dieser Welt zu finden sind. Natürlich waren wir nicht wenig gespannt, wie unsere erste Nacht im Kofferraum wohl so laufen würde. Von der nächtlichen Hitze und einigen Moskitogeschwadern abgesehen blieben wir ungestört und haben prächtig geschlafen. Allerdings nicht sehr lange. Was wir nicht wussten, uns aber eindrucksvoll demonstriert wurde: Dieser abgelegene Rastplatz diente dem örtlichen ÖPNV als Halte-, Rast- und Pausenplatz und so wurden wir doch sehr früh durch rangierende Busse und wahlweise fluchende oder streitende Fahrer geweckt.

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Unsere nächste Etappe wurde Corniglia, das kleinste der Cinque Terre Dörfer. Und die Gegensätze zu Monterosso könnten kaum größer sein. Jetzt, so schien es, waren wir endlich im Urlaub angekommen. Das Dörfchen konnte mit einer wirklich schönen felsigen Badestelle punkten, die wir uns mit nur wenigen anderen Gästen teilen muss. Das liegt zum einen daran, dass es weiter oberhalb noch so etwas ähnliches wie einen Strand direkt neben den Bahnschienen gibt, ein toller Köder. Außerdem ist die Bucht nur über eine lange, schmale Steintreppe zu erreichen, offensichtlich ein natürliches Bollwerk gegen einfallende Touristenhorden.

Allerdings war an Schnorcheln nicht zu denken. Nicht einmal zu schwimmen traute ich mich mit meinem Sohn. Die Brandung und der Wellengang wirkten angesichts der vielen Felsen im und unter dem Wasser einfach doch zu bedrohlich. So verlegten wir uns aufs “Brandungsduschen”. Wie viel Vergnügen das bereitet, weiß man erst, wenn man es einmal ausprobiert hat. Unser stundenlanges vergnügtes Gekreische lockte nach und nach immer mehr Schaulustige an. Am Ende waren wir eine bunte schar Urlauber, die gemeinsam die besten Spots für ihren “Sport” entlang der Bucht suchten.

Die Nacht verbrachten wir diesmal nicht im Auto, sondern in einem wirklich empfehlenswerten B&B im Zentrum von Corniglia.

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