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Männersachen!? Heute: Fühlbücher

Es gibt Dinge auf dieser Welt, zu denen finde ich, beim besten Willen und bei aller Mühe, keinen Zugang. Vielleicht bin ich dafür als Person schlicht zu unsensibel oder intolerant. Ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein Mann, nicht in der Lage, die Bedeutung dieser aus meiner Sicht überflüssigen Dinge zu erfassen.

Eines dieser Dinge sind Fühlbücher. Ich verstehe einfach nicht, welchen Mehrwert diese Dinger mir oder meinem Sprössling bringen sollen. Ganz im Gegenteil: Da findet sich zum Beispiel etwas, das mich beim Ertasten an die Sohle meiner Badelatsche erinnerte, laut Autor aber einer Orange gleichkommen sollte („So fühlt sich eine Orange an). Als ich meinem Sohn zum Vergleich die Orange in die Hand gab, die ja nur wenige Meter entfernt in der Küche lag, war für ihn der Unterschied wohl auch schnell deutlich. Auf jeden Fall behielt er die Orange, und überließ mir das Buch. Die nächste Stunde spielte er mit der Orange, rollte sie, biss hinein, roch daran, besabberte sie und tat noch viele andere Dinge, von denen ich nicht wußte, dass man sie mit einer Orange tun konnte. Das Buch war vergessen. Die Fälle für solch absurde Fühlerlebnisse sind vielfältig, da sind die Autoren durchaus kreativ, das muss man ihnen lassen. Beispiele gefällig? Da gibt es „Hundeohren“, die sich genauso anfühlen, wie die Ohren des Kuscheltieres, zumindest als sie noch nicht so abgenuckelt waren. Mit einem Hund hat das allerdings so viel gemein, wie eine Wollsocke mit einem Schaffell (klingt abwegig, ist aber ein weiteres Beispiel aus einem dieser Fühlbücher). Und es gibt noch mehr: Pferdeschweife, die sich anfühlen wie das frisch frisierte Toupé einer Barbiepuppe. Schweinebäuche, die mehr an Badekappen erinnern als an borstige Schweinehäute. Ich könnte wohl endlos so fortfahren.

Liebe Väter, wenn ihr das nächste Mal so ein Fühlbuch für euren Sohn geschenkt bekommt, bleibt freundlich und höflich und überspielt eure Abneigung. Aber gebt es auf keinen Fall an euer Kind weiter. Stattdessen nehmt das Buch an euch und nutzt es als Tourguide für den nächsten Vater-Sohn-Ausflug. Zum Bauernhof oder Streichelzoo, in den Supermarkt – oder einfach nur in die Küche. Das ist auf jeden Fall spannender, lustiger, echter und oft auch billiger als diese Fühlbücher.

Aber wie gesagt, vielleicht erschließt sich mir als Mann einfach nur der Sinn und die Bedeutung nicht.

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  1. Pingback: VaterGedanken – Kinderbücher « PAPAEGO - Oktober 22, 2012

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