Alle Artikel, Wie der Vater so der Sohn!?

Wie der Vater so der Sohn!? Tischtennis

Mein Sohn hat gerade seine Leidenschaft für Tischtennis entdeckt. Woran das liegt, ist mir unerklärlich. Von mir hat er das keinesfalls. Sicher hat es damit zu tun, dass einer seiner besten Freunde leidenschaftlicher Spieler ist und dass der Sport sich unter seinen Freunden insgesamt einer gewissen Beliebtheit erfreut. Es ist eine Erkenntnis, die alle Eltern früher oder später wohl einmal machen: Die Freunde meines Kindes haben einen schlechten Einfluss auf den Jungen. Es ist wohl ein unvermeidlicher Weg, den Kinder nehmen: Der Vater als Rollenvorbild wird mit zunehmendem Alter ersetzt durch den „männlichen“ Freundeskreis. Das muss nicht immer schlecht oder gar dramatisch sein. Aber irgendwo hört der Spaß dann doch auf.

Nicht, dass ich grundsätzlich etwas einzuwenden hätte gegen einen Sport, bei dem einzig der so genannte Rundlauf Aussicht auf ein wenig Bewegung verspricht. Ich mag ihn nur nicht. Das hat gleich mehrere Gründe. In meiner Kindheit und Jugend sorgten Steffi Graf und Boris Becker für einen beispiellosen Boom des Tennissports und dafür, dass wahrscheinlich jedes Kind einen Schläger in die Hand gedrückt bekam. Plötzlich war es sogar „IN“, Tennisschuhe in seiner Freizeit zu tragen und selten hässliche Sporthemden – solange der Schriftzug Ivan Lendl deutlich zu erkennen war. Nur Außenseiter spielten noch Tischtennis. Der Coolnessfaktor war gleich null. Das konditioniert. Doch das allein ist nicht Erklärung genug. Schließlich war ein enger Freund einer dieser Außenseiter, ein gewisses „Verständnis“ für den Sport also selbstverständlicher Freundschaftsdienst.

Ursache für meine irrationale Abneigung ist wohl vielmehr der Großvater meines Sohnes – väterlicherseits. Mein Vater war ebenfalls leidenschaftlicher Tischtennisspieler und kein schlechter dazu. Genau darin lag das Problem. Natürlich haben wir auf der heimischen Platte etliche Partien ausgespielt und natürlich ging es für mich dabei immer auch um die väterliche Anerkennung. Ein unmögliches Vorhaben, wenn man keinen Stich sieht. Und so sehr sich mein Vater auch bemühte, auf meinem kindlichen Niveau zu spielen, geglückt ist ihm das nicht. Es muss unglaublich schwierig sein, absichtlich das Netz zu treffen oder die Platte zu verfehlen, wenn man Jahrzehnte lang dafür trainiert hat, dass genau das nicht passiert. Ich empfinde das nach, wenn ich mit meinem Sohn Basketball spiele. Viel Spaß konnte meinem Vater das nicht gemacht haben. So haben wir Stück für Stück das Interesse am gemeinsamen Spiel verloren.

Jetzt also das Interesse meines Sohnes. Als „guter“ Vater lasse ich mir meine Geringschätzung für den Sport natürlich nicht anmerken und stehe ihm als Spielpartner jederzeit und gerne zur Verfügung. Und, was soll ich sagen? Ich bin nicht mein Vater! Mir fällt es nicht sonderlich schwer, das Netz zu treffen oder die Platte zu verfehlen. Die Partien gestalten sich zunehmend ausgeglichen. Um meine väterliche Anerkennung muss sich mein Sohn nicht sorgen. Umgekehrt ist jede Partie aber auch ein Ringen um den Respekt des eigenen Sprösslings. Um bewundernde Blicke, um „Papa-ist-der-Beste“-Momente. Und hin und wieder gelingt mir das sehr eindrucksvoll. Woher diese Schläge kommen? Ich bin mir nicht sicher, aber ich sag einfach mal: Danke, Papa!

Informationen über Tischtennis mit Kindern auf papaego.de

Advertisements

Über papaego

Nothing special

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: