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Wandern – mit Papa durch die Wildnis

Alter: ab 6 Jahren ₪ Ausstattung: Gute Wanderschuhe und -kleidung, Rucksack, eventuell Kartenmaterial ca. 300€ ₪ Verletzungsgefahr: Mittel ₪ Fördert: Körperbeherrschung, Ausdauer, Naturverständnis



Wenn ich an die Klassenfahrten meiner Schulzeit zurückdenke, so waren ausgedehnte Wanderungen unvermeidlicher Teil der Programmplanung. Oft ging es über langweilige Feldwege und „Waldautobahnen“. Seitdem hat sich einiges verändert. Wandern ist wieder Trendsport, es gibt unzählige wirklich schöne Wanderwege und Wildpfade, auf denen man oft ungestört unterwegs sein kann.

Wanderungen sind hervorragend geeignet unseren Söhnen die Natur näherzubringen und mit ihnen ein paar unvergessliche Momente zu verbringen. Die Natur mit ihren vielen Gesichtern ist ein unübertroffener Spielplatz für Kinder jeden Alters. Schmale Wildpfade, die über Bäche, Lichtungen und durch unwegsames Gelände führen. Bäume, vom Blitz zerstört oder vom Sturm gestürzt, verwachsen oder kerzengerade, zierlich oder mächtig, die hin und wieder mal zu einer „waghalsigen“ Kletterpartie oder zum Balancieren einladen. Und es gibt unendlich viel zu entdecken für kleine Abenteurer. Wildtierspuren, Fellreste oder Vogelfedern, Tierbauten, unbekannte Wildpflanzen und Pilze. Verbindet den Ausflug in die Natur mit interessanten Informationen (Bestimmungsbücher einpacken!) oder spannenden Geschichten (Pflanzenmärchen oder Fabeln). Geht mit euren Söhnen auf Entdeckungsreise oder lasst sie auch einmal alleine die Geheimnisse „erforschen“, ausgestattet mit Taschenlampe, Lupenglas etc.

Absoluter Höhepunkt ist natürlich das Sichten von Wildtieren. In den Stunden der Dämmerung sind Rehe keine Seltenheit mehr und auch Füchse und andere Tiere lassen sich heute mit etwas Glück und Geduld beobachten. Aber auch ohne die größeren Wildtiere findet sich genug Fauna in Wald und Wiese. Grashüpfern kann man als Kind stundenlang nachjagen, Libellen oder Schmetterlinge beobachten. Eine kleineres Gewässer oder eine größere Pfütze beherbergt vielleicht Kaulquappen oder kleine Molche, Blindschleichen kriechen durchs Unterholz. Jedes noch so kleine Tier hat seine eigene Faszination für unsere Söhne. Wenn keine Tiere zu sehen sind, hören könnt ihr sie bestimmt. Achtet auf Tierstimmen. Vögel machen die unterschiedlichsten Geräusche und auch Tierrufe von Hase, Fuchs und Reh werden euch überraschen. Hört euch vorab gemeinsam Tierstimmen an und versucht sie später auf eurer Wanderung wiederzuerkennen.

Mit etwas älteren Kindern kann man sich dann auch schon auf kleinere Klettertouren wagen und gezielt Strecken heraussuchen, bei denen kleinere Felsen, umgestürzte Bäume oder steile Waldhänge den Weg versperren und so schon das reine Vorwärtskommen zur Herausforderung und zum Abenteuer gerät.

Dieser Hauch von „Gefahr“ erdet unsere Kinder, schafft einen Eindruck von der Imposanz der Natur. Es am Ende mit dem Papa gemeistert zu haben, hinterlässt bleibende Erinnerungen, bildet Selbstvertrauen und festigt das Band zwischen Vater und Sohn. Wirklich spannend wird es, wenn man eine Übernachtung in einer Hütte oder im Zelt einbaut (Vorsicht: Wild-Campen ist in Deutschland mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich verboten. Also vorher abklären, wo man sein Zelt aufschlagen darf und eventuell Erlaubnis der Grundbesitzer einholen).

Genauso wichtig wie die Wanderung ist die Rast. Plant ausreichend Pausen zum Spielen und Kräftesammeln ein. Im Sommer kann ein kleiner Bach, Fluss oder See zum Baden oder Staudammbauen dienen. Oder ihr schnitzt euch gemeinsam mit euren Söhnen „Überlebenswerkzeug“ (einen Bogen und Pfeile, eine Harpune, einen Speer oder ein Messer…). Was die Verpflegung angeht, so ist das nächste Wanderlokal sicher nicht weit. Spannender (für den Vater wegen des Tragens aber auch deutlich anstrengender) ist natürlich ein Picknick in der Natur.

In den kälteren Jahreszeiten ist das mit dem Picknick etwas schwieriger. Denkt auf jeden Fall an warme Getränke, idealerweise Tee oder z.B. warmen Apfelsaft (sehr lecker!). Sucht Plätze für eure Pausen, an denen ausreichend Raum für spielerische Bewegung ist, damit eure Kinder nicht frieren. Ansonsten gilt, auch der Winter hat seinen Zauber, es gibt keinen Grund nicht auch bei Schnee und Eis loszuziehen. Zugefrorene Eisdecken, Schneeverwehungen, Eiszapfen. Es gibt viel Einzigartigkeit zu entdecken.

Damit die Wanderung keine schmerzhafte und unerfreuliche Erfahrung wird, achtet bitte auf vernünftiges Schuhwerk, angemessene Bekleidung und vor allem ausreichend Trinkwasser.

Gute Wanderkarten findet ihr im Buchhandel und speziellen Wandershops. Eine gute Quelle sind auch diverse Angebote im Internet (z.B. komootwandemap.net,outdooractive.de)

Was ihr sonst noch beachten solltet beim Wandern mit Kindern!


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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Wandern – mit Papa durch die Wildnis

  1. Die Wanderung sehr hilfreich genutzt.

    Tolle Aufnahmen und schöner Blogeintrag.
    Like!

    Verfasst von Güngör | November 30, 2012, 10:52 am

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